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Lichttechnik bei mv-entertainment

alles über Discokugel, indirekte Beleuchtung und Wackellampen...

Eine gute Lichttechnik bereitet i.d.R. den größten Transport- und Montageaufwand.
Mir ist es ein Grundanliegen, nicht nur für die bestmögliche Klangqualität zu sorgen, sondern auch ihre ganz spezielle Veranstaltung ins richtige Licht zu setzen.

mehr Bilder - klick! Seit Anbeginn spielt bei Tanzveranstaltungen das optische Ambiente eine besonders große Rolle und wenn es in der Vorzeit noch Fackeln und Lagerfeuer waren, beklebten die Chinesen bereits vor tausenden von Jahren Glocken, Bälle und Kugeln mit Spiegelglassplittern. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts hielt die klassische Spiegelkugel Einzug in die Tanzpaläste und wurde zum Symbol der frischgeborenen Discothek in den 70ern. Für mich war die Discokugel schon immer unabdingbares Element meiner Lichttechnik. Um den Effekt mit den reflektierenden Lichtpunkten vollendet zu erreichen, genügt es nicht, einfach einen Standardscheinwerfer auf die Kugel zu richten. Zuviel Licht "verschindet" im Raum, eine exakte Bündelung muss her.

groß! Deshalb eignen sich auch heute noch (wie auch schon in den 20ern) Verfolgerscheinwerfer mit max 10° Lichtaustrittswinkel, wie wir sie vom Theater und Livekonzerten kennen. Tatsächlich verwende ich ebenfalls eine solche "Kanone" für die großen Events. Für die typische Hochzeit ist mir aber auch der kleinste Verfolger unter den modernen Geräten noch immer etwas zu groß, deshalb baute ich mir einen sehr kleinen, aber kräftigen Spot selbst. Die Linsenoptik stammt aus einem alten Diaprojektor und die Elektronik (DMX/Lampenansteuerung) entwickelte ich selbst. Zum Einsatz kommt ein PWM-Netzteil aus der Industrie.

groß! DMX heißt digital multiplex und ist ein Steuerprotokoll, um selbst komplexeste Lichtshows umzusetzen. In der Regel sendet ein sog. Lichtpult (die Steuerkonsole) dieses Signal an das erste angeschlossenen Gerät, welches es jeweils zum nächsten Scheinwerfer oder Lichteffekt weitergibt. Vor allem, um Platz zu sparen, nutze ich anstelle der Konsole für meine Lichtsteuerung eine Software (Freestyler), die ebenfalls auf meinem Disco-PC-System läuft. Bedient wird das Ganze über ein Eigenbau-Midi-Tastenfeld sowie Shortcuts im Programm. Die Ausgabe dort erfolgt aber nicht direkt vía DMX, sondern als LAN-Signal (Artnet). Dieses wird von einem Router im Discopult zu WLAN gemacht und steht so überall im Veranstaltungsraum für dezentrale Lichteffekte, wie z.B. meine Floorspots zur Verfügung.

groß! Bis zu 10 dieser Bodenscheinwerfer direkt an den Wänden sorgen für eine besondere Lichtstimmung im Raum. Ich habe die Standardgeräte nachträglich mit sog. wlanfähigen DMX-Nodes ausgestattet, was eine DMX-Verkabelung unnötig macht. Artnet war deshalb erste Wahl, weil es plattformunabhängig ist. Die Hersteller nutzen proprietäre Protokolle für die Funkübertragung, was die Nutzer in der Gerätewahl dann sehr einschränkt.

groß! Auch mein Truss (Alurohrgestell) für die Lichtanlage über meinem Arbeitsplatz wird so per WLAN versorgt. Dort sind dann 2 Movingheads (bewegtes Licht), 8 LED-Scheinwerfer, die Spiegelkugel mit Antrieb und Miniverfolger, Stageblinder, 2 Washlights für statisches Licht (auch UV!) und Minilaser installiert. Der Truss ist weitestgehend vorverkabelt und die Geräte müssen nur angeschraubt und -gesteckt werden. Falls einmal kein Platz für die gesamt 3,50m breite Lichtanlage ist, gibt es auch eine kleine Variante, in der trotzdem noch viele Komponenten zum Einsatz kommen. Die Breite beträgt dann nur 1,50m.

Auch für die Lichttechnik habe ich einen Plan-B für den wenig wahrscheinlichen Ausfall: Am Dimmerpack im Truss kann ich das System von WLAN auf direkten DMX-Eingang umschalten und meinen Reservenotebook anschließen.