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mp3 in der professionellen Beschallung?

Als vom Fraunhofer Institut Mitte der Neunziger das verlustbehaftete Verfahren zur Komprimierung von Audiodaten vorgestellt wurde, befand es sich sofort im Kreuzfeuer der Musikfans mit ihren audiophilen Höransprüchen. Nur 10% der ursprünglichen Dateigröße des Audiofiles der CD? Unmöglich! Unendliche A/B-Blindtests erbrachten erstaunliche, aber teils auch ernüchternde Ergebnisse.
I.d.R. wurden aber Äpfel mit Birnen verglichen, denn Kernproblem waren bei diesen Tests in erster Linie die unterschiedlichen D/A-Wandler, d.h. die Elektronik, die letztlich aus den digitalen Informationen hörbare Musik macht. Schon bei Einführung der CD gab es deutlich hörbare Unterschiede zwischen Billigstplayern und Highendgeräten. Immer waren letztlich die A/D-Wandler für den Sound verantwortlich.

Oft genug wurden bei den mp3-Hörtests gute CD-Player mit dem Kopfhörerausgang des PCs/Notebooks verglichen. Es liegt dabei auf der Hand, dass das auch bei Verwendung des CD-Laufwerks mit einer Audio-CD massive Unterschiede ergeben muss! Ebenso hinkt der Vergleich von CD-Player vs. mp3 aus der PC-Soundkarte.

Nun gibt es aber im professionellen Bereich Soundkarten bzw. externe Soundinterfaces, die Musikqualität mit Studiostandard liefern können. Aber auch für den Heimbereich gab/gibt es diese A/D-Wandler für den anspruchsvolleren Hörer, wie z.b. Creativ Soundblaster im mittleren Preissegment. Erst bei Verwendung dieser Interfaces anstelle der Kopfhörerbuchse eines Smartfones sind Vergleiche von Audio-CD und mp3 sinnvoll. Sofort wird man auch feststellen, dass vor allem an der Dynamik (Eindruck von Lebendigkeit) keine Einschränkungen bei der mp3-Wiedergabe auszumachen sind. Da bei der Komprimierung auch am Frequenzgang nichts geändert wird, kommen knackige Bässe und brillante Höhen aus dem hochwertigen Wandler. Unterschiede von verschiedenen Kompressionsraten werden eher im "metallischen" Klang ausgemacht. Eine mit nur 128kbit/s encodierte Audiodatei macht da schon eine gute Figur, aber bei meinen Hörtests (A/B-Blindtests) mit 192kbit/s-Material konnten selbst eingeschworene Audiofreaks kaum noch einen Unterschied ausmachen.

Selbstverständlich ist nicht nur die Bitrate, sondern auch die Matrizierung (Jointstereo/Dualchannel) für die Qualität verantwortlich, doch spielt der Stereoeffekt in der professionellen Beschallungstechnik eine sehr untergeordnete Rolle. Dieser würde ja ohnehin nur für eine kleine Personengruppe auf dem Dancefloor in der exakten Stereomitte gelten.
Leider arbeiten viele Kollegen im Veranstaltungsbereich noch mit preiswerten und hörbar schlechten Soundinterfaces (z.B. Audiotrak Maya) oder gar gleich direkt mit dem Notebook, was vor allem unter Tontechnikern für einen schlechten Ruf von "mp3-DJs" geführt hat.

Bei meinen Veranstaltungen setze ich auf kompromisslose Studiotechnik vom deutschen Hersteller RME. Das Soundinterface Hammerfall HDSP RPM (im vierstelligen Preissegment) ist mit seinen drei Stereoausgängen das perfekte Profiwerkzeug für engegierte DJs. Um in Echtzeit mixen zu können, beträgt die Verzögerung der Soundausgabe nur 1,5msek - im Vergleich der typische Notbookausgang liefert oft 100msek und mehr. Die Ein- und Ausgänge laufen intern über hochwertige AD/DA-Wandler mit 110 dB Rauschabstand. Eine besonders jitterarme Clock garantiert eine hochwertige Wiedergabe mit 24-Bit von bis zu 96 kHz. Damit wird die Soundqualität von hochwertigen CD-Playern erreicht.

Fazit: Bei der qualitätsmäßigen Bewertung von komprimierter Musik ist weniger das Kodierverfahren oder die Kompressionsrate interessant, als vielmehr die A/D-Wandlung und genauso die folgenden Glieder in der Übertragungskette: Mischpult > Controller (Lautsprechermanagement) > Verstärker und (vor allem!) Boxen.
Bei Mv-Entertainment können sie sicher sein, dass alle diese Komponenten Highendprodukte aus der professionellen Veranstaltungstechnik sind.